FARKO INFO

Nr. 2, April 2004

Trends, neue Entwicklungen und Neuigkeiten,

für Sie gelesen und auf den Punkt gebracht:

Stichwort „Brennstoffzelle“

Endstation Demut

aus: „Energiedepesche“, Bund der Energieverbrauche e.V. (www.energieverbraucher.de) 

 

Die Brennstoffzellen-Euphorie der Jahrtausendwende ist verflogen! Die Marktreife für Ein- und Mehrfamilienhäuser wird, wenn überhaupt, im nächsten Jahrzehnt erreicht. Das 7. Brennstoffzellen-Forum in Deutschland fiel mangels Teilnehmerzahl aus. Die in der Vergangenheit geweckten Erwartungen sind nicht erfüllbar. Die Branche übt sich jetzt in Bescheidenheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Kommentar:

 

Die Brennstoff-Technologie hat für die ferne Zukunft sicherlich eine Berechtigung. Allerdings eher für Sonderanwendungen in den Bereichen Raumfahrt und Militär oder für Kleinst-anwendungen (Computer, Handy, usw.). Im Weltraum ist die Sonne die einzige Energiequelle, die mittels Photovoltaik Strom zur Gewinnung reinen Wasserstoffs liefern kann. Hier auf der Erde und insbesondere bei uns in Südtirol ist dies nicht ohne zum Teil gewaltige Eingriffe in die Umwelt möglich. Vorerst funktionieren die meisten Brennstoffzellen-Projekte heute mit Erdgas , das zum größten Teil aus Methan (CH4) besteht. Also ein fossiler Brennstoff der endlich ist und bei seiner Nutzung die Umwelt belastet. Was passiert denn mit dem CO² , das bei der Gasaufbereitung im Reformer entsteht?

Was fehlt, ist eine effiziente Nutzung der vorhandenen Technologien ohne eine Einbuße an Komfort. Und das ist machbar!

 

Wenn es um Kraft-Wärme-Kopplung geht, dann stehen uns heute bereits lange und bestens bewährte Technologien zur Verfügung. Block-Heiz-Kraftwerke (Gas- oder Dieselmotor mit Generator), kurz BHKWs, stehen mit einem Leistungsspektrum von einigen Kilowatt bis in den Megawatt-Bereich zur Verfügung. Auch im Wohnbaubereich und Gastgewerbe (Hotels)! In Südtirol gibt es eine Vielzahl vorzeigbarer Projekte mit mehreren Jahren Betriebserfahrungen. 

 

 „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah“. Lassen wir also Forschung und Wissenschaft noch etwas nachdenken und widmen wir uns den unmittelbaren Problem-stellungen, wie wir durch eine Reduzierung des Energiebedarfs (z.B. Wärmedämmung) und den Einsatz moderner Heiz- und Regeltechnik unsere Umwelt schnell und nachhaltig entlasten können.

 

Stichwort „Wärmepumpe“

Die Zeit der Wärmepumpe ist abgelaufen

Leserbrief aus: „Sonne, Wind und Wärme“, www.bva-solar.de

„....Wer Wärmepumpen verkaufen will, lobt sie als umweltfreundlich. Das ist kaum verwunderlich, denn wer will heute schon eine Heizung kaufen, die nicht umweltfreundlich ist. Doch während Experten noch über die CO²-Emissionen von Wärmepumpen streiten, verlieren wir immer mehr das Wesentliche aus den Augen:

Die Zeit der Wärmepumpe ist abgelaufen, seit es Holzpelletsheizungen gibt. Während eine Solaranlage in Kombination mit einer Wärmepumpe deren Arbeitszahl verschlechtert, ergänzen sich Solaranlage und Holzpelletskessel optimal und es wird keine fossile Energie verbraucht. ...“

 

Mein Kommentar:

Stimmt nicht immer.

Insbesondere bei den so genannten Passivhäusern (Heizenergiebedarf unter 15 kWh/m²a) und in Verbindung mit einer Wärmerückgewinnung aus der Wohnungslüftung könnte eine Wärmepumpe akzeptabel sein.

Für die Raumwärme- und Warmwasserversorgung der leider immer noch häufigen gebauten „Normal“-Häuser mit einem Heizenergiebedarf von ca. 100 kWh/m²a und für den Südtiroler Gebäudebestand mit einem durchschnittlichen Heizenergiebedarf von über 200 kWh/m²a stimmt es aber.

Stichwort: Ölheizung

 

Studie: Kleinste Ölheizung der Welt

 

Institut für wirtschaftliche Ölheizung e.V. (IWO), www.iwo.de

 

Die heutigen Wärmeerzeuger (Kessel) zeichnen sich immer mehr durch eine kompakte Bauweise und  damit geringen Platzanspruch aus. Doch es geht nochmals eine Nummer kleiner, wie eine Entwicklungsstudie zeigt.

Auf der Fachmesse SHK in Essen ( 16. – 20. März 2004) präsentierte IWO die „kleinste Ölheizung der Welt“.

Mit ihren Maßen von je 16 Zentimetern Breite und Höhe sowie knapp 50 Zentimetern Länge ist diese Miniatur-Ölheizung kaum größer als ein Schuhkarton. Speziell konzipiert wurde sie für einen zukünftigen Einsatz in Niedrigstenergie- und Passivhäusern als Heiz-register für eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Das Messeexponat ist im Grunde ein mit Heizöl betriebenes, äußerst kompaktes Heizregister, das auf einer Standheizung basiert, wie sie im Automobilbereich verwendet wird. Dieses lediglich 37 Zentimeter lange Vorheizregister mit einem Gewicht von kaum 4,5 Kilo moduliert in vier Leistungsstufen von 1 bis 4 kW. In der Kombination dieser Mini-Ölheizung mit einem marktüblichen zentralen Lüftungsgerät könnte neben zusätzlicher Energieeinsparung ein Optimum an Lüftungskomfort realisiert werden, erläutern die IWO-Fachleute.

Mein Kommentar:

Na ja, ganz nett. Der Leistungsbereich würde für ein Passivhaus ja stimmen, aber mit welchem Wirkungsgrad werden die 1 bis 4 kW Leistung in kWh-Arbeit (Wärme) umgesetzt?

Ob die 110 % eines Gas-Brennwertgerätes erreicht werden? Ich glaube es nicht!

Und wie sieht es mit der Warmwasserversorgung aus? Da braucht´s noch ein extra Gerät?

Aha, Solar! Na prima, da können wir Ihnen ein interessantes Angebot machen!

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal, weiterhin gute Arbeit,

Ihr

Uwe Ringleb

Firma Farko, Pontives 37/2, I-39040 Lajen (BZ), Tel.: 0471-797990

Veranstaltungstipps

16. - 17. April 2004

8. Europäische Passivhaus-Tagung in Krems/Österreich: www.passivhaustagung.at

 

17. - 19. Mai 2004

5. Berliner Energietage, Veranstaltungen und Fachmesse zum Themenkreis: Energiewirtschaft, erneuerbare Energien, Energiepolitik. 30 Einzelveranstaltungen, über 100 Fachreferenten. www.berliner-energietage.de

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